Die Schweiz war 2017 für den US-Konzern Johnson & Johnson einer der Hauptschauplätze der Ereignisse: Mit der Übernahme des Baselbieter Biotechunternehmens Actelion stärkte der grösste Gesundheitskonzern der Welt sein Standbein im Pharmasektor. In der Schweiz wird das Promarca-Mitglied zum wichtigsten amerikanischen Arbeitgeber.


Der Fussabdruck von Johnson & Johnson in der Schweiz hat sich 2017 markant vergrössert: Der amerikanische Konsumgüterund Pharmariese übernahm im Juni die Baselbieter Pharmagruppe Actelion, den grössten Biotechkonzern Europas. Für Johnson & Johnson war es ein historischer Deal: «Actelion war die grösste Übernahme in der über 130jährigen Firmengeschichte – sie hat eine riesige Bedeutung für den Konzern», sagt Thomas Moser, Sprecher der Johnson & Johnson Family of Companies in Switzerland. 30 Milliarden Dollar bezahlte der Grosskonzern für das Schweizer Unternehmen. Er erhielt auch einen Anteil von knapp 10 Prozent an der Firma Idorsia, die aus der ehemaligen Actelion-Forschungsabteilung hervorgegangen ist. «Mit der Übernahme wird die Schweiz auch in Sachen Forschung und Entwicklung wichtiger für Johnson & Johnson», sagt Moser.

 

Gute Rahmenbedingungen

Der Grosskonzern ist seit 1959 in der Schweiz tätig – damals übernahm er die Cilag AG, die heute in Schaffhausen mit Remicade, einem Medikament gegen Rheumatoide Arthritis und Schuppenflechte, das umsatzstärkste Produkt von Johnson & Johnson verarbeitet und verpackt. Im Jahr 2012 übernahm er mit Synthes ein weiteres milliardenschweres Schweizer Medtechunternehmen. «Die Schweiz ist für den Konzern ausserordentlich wichtig», sagt Moser. Am Standort von Actelion in Allschwil besitzt der US-Gigant nun ein «Center of Excellence» für pulmonale Hypertonie (PH), also Lungenhochdruck, das sechste Therapiegebiet des PharmaSektors von Johnson & Johnson.

Der Wirtschaftsstandort Schweiz biete sehr gute Rahmenbedingungen, sagt Moser: «Wir finden hier eine hervorragende Infrastruktur, eine innovationsfreundliche Umgebung und viele bestens ausgebildete Fachpersonen vor.» Die Schweiz punkte ausserdem mit ihrer politischen Stabilität und ihrer Rechtsund Planungssicherheit – «sie sind das A und O für einen Grosskonzern», sagt Moser. Jüngste Entwicklungen wie die Masseneinwanderungsinitiative oder die Unternehmenssteuerreform lösten allerdings zunehmend Verunsicherung aus.

Historisches Credo verpflichtet

Weltweit beschäftigt Johnson & Johnson rund 130'000 Personen in den Sektoren Konsumgüter, Medizinaltechnik und Pharma. Mit Actelion wächst die Schweizer Belegschaft um über 500 Personen auf gegen 7000 Mitarbeitende an über 20 Standorten in 10 Kantonen an. Allein am Johnson-&-Johnson-Campus in Zug sind es gegen 1000 Mitarbeitende. Der Konzern ist damit neben McDonald’s der grösste amerikanische Arbeitgeber der Schweiz.

Auch als Arbeitgeber setzte Johnson & Johnson im Jahr 2017 Zeichen: Der Konzern führte im November in der Schweiz einen achtwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaub ein und übernahm damit eine Pionierrolle. «Dieser Schritt kam bei den Mitarbeitenden sehr gut an», sagt Moser, «er zeigt, dass das soziale Engagement in unserem Unternehmen nicht nur eine Worthülse ist.» Die Corporate Social Responsibility sei bei Johnson & Johnson historisch verankert: Das 1943 formulierte Credo habe bis heute eine sehr grosse Bedeutung in der gesamten Unternehmenskultur. «Es dient jedem Mitarbeitenden als moralischer Kompass – wir fühlen uns den Anwendern unserer Produkte, den Mitarbeitenden, der Gemeinschaft und den Aktionären gegenüber verpflichtet.» In der Schweiz unterstützt Johnson & Johnson etwa auch die Stiftung Special Olympics sowie über eine Partnerschaft mit dem Schweizerischen Roten Kreuz pflegende Angehörige von Demenzkranken.

Starke Position bei Konsumprodukten

Mit seinem Geschäftsfeld Consumer Health Care ist Johnson & Johnson eine feste Grösse in der Schweiz und verfügt über starke Marken wie beispielsweise o.b., Listerine®, Nicorette® oder Motilium. Die Kernsegmente Beauty und Baby, Femcare und Oral Care sowie OTC haben sich 2017 stabil entwickelt.

Hervorzuheben ist insbesondere der erfolgreiche Launch der ersten Gesichtspflegelinie von Neutrogena® in der Schweiz: Die Linie Hydro Boost® spendet intensive Feuchtigkeit und soll kontinuierlich mit neuen Produkten erweitert werden. Sie zeichnet sich durch innovative Technologien aus, so wirkt sie beispielsweise bei den Moisturizern mit dem sogenannten Hyaluron-Gel-Komplex und der darin enthaltenen Hyaluronsäure wie ein Feuchtigkeitsspeicher. Hydro Boost® wurde mit 19 innovativen Produkten sehr gut von den Konsumenten angenommen. Zusätzlich zeigt Neutrogena® in der Körperpflege (Hand & Body) eine hervorragende Entwicklung und wächst stärker als der Markt.